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Freitag, 17. Februar 2017

Trump scheitert am Turing-Test

Chat-Bots, oder auch Social-Bots werden immer besser. Seit einigen Jahren können gut trainierte Chat-Bots einen Menschen über lange Zeit darüber hinwegtäuschen, dass sie eine Maschine sind. Alan Turing hatte so etwas für das Jahr 2000 prophezeit. Seiner Meinung nach sollte ein Computer durch entsprechende Programme und Algorithmen irgendwann die Befähigung haben einen Menschen während einer Konversation über einen längeren Zeitraum zu täuschen. Er entwarf dafür den sog. Turing-Test, zur Feststellung von künstlicher Intelligenz.

Im Testaufbau sieht ungefähr so aus: Es wird eine Unterhaltung mittels kurzer Texte (z.B. Chats) zwischen der Testperson auf der einen Seite und zwei unsichtbaren Chatpartnern auf der anderen Seite geführt wird. Einer der unsichtbaren Dialogpartner ist menschlich und der andere elektronisch. Es konnten schon relativ früh ein paar Erfolge gefeiert werden, mit der für einen kurzen Zeitraum der Computer eine gewissen Intelligenz vorspielen konnte. Denn, so wie in einer normalen Unterhaltung man vom Hölzchen aufs Stöckchen kommt haben sich die Programmierer zwei Tricks ausgedacht. 1. wird der empirische Zusammenhang von Wortpaarungen untersucht, um einen sinnvollen Gesprächsverlauf simulieren zu können. 2. wird die Technik des unverfänglichen Allgemeinplatzes angewendet, falls die Unterhaltung an einer Stelle ins Stocken kommt. Damit wird weiterer Input provoziert, mit dem man sinnvoll weiterkommunizieren kann. Irgendwann reicht die Datenbasis nicht mehr und eine Maschine verrät sich durch seine Fehlinterpretation über den Bedeutungszusammenhang.

Vor ein paar Tagen gab es beim Superhero Donald Trump diesen "hä?-Moment". Der POTUS hatte eine klassische Fehlinterpretation über den Kontext einer gestellten Frage. Ein Korrespondent aus Israel fragte nach einer Bewertung des Zusammenhangs zwischen Donald's Wahlsieg und der Zunahme antisemitischer Übergriffe seit seinem Erfolg. Mr. Superlativ hatte vermutlich nur Wahlsieg und Erfolg gehört und kam daher über sich und seinen überragenden Sieg in bekannter Weise ins Schwärmen. Was in Bezug auf die Gewaltopfer in der Situation doch sehr skurril war. Zu skurril für eine menschlich Antwort, so dass der Versuchsteilnehmer vermutlich bei dieser Antwort die Maschine vermutet hätte.

Einem gut entwickelten, gut trainierten Social-Bot wäre dies aber heute so nicht passiert, so dass eine vage Vermutung erlaubt sein darf, dass Donald Trump in der Entwicklung seiner künstlichen Intelligenz hinter dem Stand der Technik zurückliegt.

Dienstag, 7. Februar 2017

Die Demokratiedefizite der Wir-zuerst-Populisten

Wir-zuerst-Populisten mögen keine kritischen Fragen, deshalb mögen sie keine Journalisten. Und weil das Ganze - also die Pressefreiheit - mehr ist als die Summe der Einzelteile, mögen die Wir-zuerst-Populisten auch nicht die unabhängige Presse. Sie machen für sich daraus ein verwerfliches Konstrukt, indem sie über die sprachliche Aufladung immer eine zweite Bedeutung mitschwingen lassen, wie z.B. mit dem Begriff "mainstream-Medien". Die vierte Gewalt wird dann im Einklang als Lügenpresse verunglimpft.

Es gibt viele Versuchungen in der realen Welt, so auch in einer Demokratie. Es gibt Fehlentwicklungen und Verwerfungen, es gibt Allianzen und Koalitionen, die aus dem Chorgeist heraus eigene Fehlentwicklungen gerne unter den Teppich kehren würden und nicht die Kraft für die Reflexion einer konstruktiven Kritik haben. Aber so ist das mit den Menschen.

Deshalb ist es gut, wenn die Gesellschaft über eine unabhängige, überparteiliche Presse informiert wird. Dabei ist ein breites Spektrum in der Medienlandschaft selbst die beste Versicherung gegen ein Versagen als Kontrollinstanz.

Aber muss man aus diesem Grund dann nicht auch eine populistische Presse dulden? Die Antwort in einer Demokratie lautet, so schmerzlich sie ist: JA! Aber immer gilt, Meinungen müssen klar erkennbar sein, sie müssen die Würde des Menschen beachten, Sachverhalte sollten überprüfbar sein (Quellen) und die Pressevertreter bekennen sich zu einem universellen Pressekodex.

Immer, wenn eine Quelle gefälscht wird, sollten wir alarmiert sein. Für Konsumenten von Medien sollte dann selbstverständlich auch gelten: Wir sparen unsere Empörung für die Meldungen auf, deren Information nicht manipuliert wurde.

Das Demokratidefizit von Wir-zuerst-Populisten:


  • Wir-zuerst-Populisten, die einzelne Medienanstalten von Veranstaltungen ausschließen, unterlaufen die Vielfalt der Medienlandschaft.
  • Wir-zuerst-Populisten, die allgemeine Sprech- und Frageverbote erteilen, unterlaufen die Meinungsbildung.
  • Wir-zuerst-Populisten, die einzelne Medienvertreter, Journalisten diffamieren, missachten das Fairnisprinzip.
  • Wir-zuerst-Populisten, die kritische Nachfragen nicht zulassen und mit Platzverweis reagieren, mißbrauchen das Hausrecht.
  • Wir-zuerst-Populisten, die zügellos falsche Tatsachen behaupten und Meldungen fälschen, wollen das Vertrauen in die vierte Gewalt untergraben

Dies alles passiert, weil die Wir-zuerst-Populisten eine liberale Meinungsvielfalt, Gewaltenteilung, Menschenwürde und die pluralistische Gesellschaft ablehnen. Für Wir-zuerst-Populisten besteht die heile Welt nur aus dem Gewaltmonopol der eigenen Meinung.

Montag, 23. Januar 2017

Wenn die native Wahrheit falsch ist ...

... war dieses Wochenende nicht bizarr!

Ich habe ungläubig meinen Kopf geschüttelt, als The Greatest Donald sich dieses Wochenende zum ersten Mal als @realPOTUS selbst verbal äußerte und auch über seinen Pressesprecher Spicer.

Da war etwas, dass mich nachdenklich machte - dazu gleich mehr. Sehr interessant fand ich eine Einlassung, die ich in der Washington Post gelesen habe. Ich glaube es war das Zitat eines ehemaligen Pressesprechers von Bush Junior. Dem Sinn nach hieß es dort: Was wir heute hier vom Pressesprecher gehört haben, war die erste Verlautbarung einer Geisel.

Ich muss Spicer natürlich zu Gute halten, dass ein Pressesprecher sich im Sinne seines Arbeitgebers äußert und eben nicht seine eigene Meinung. Aber genau dadurch kam eine Sorge in mir auf. Was wäre, wenn ein Präsident nach und nach eine neurologische Beeinträchtigung erfährt. Zunächst wundert man sich vielleicht nur, über erste Vergesslichkeiten und daraus resultierenden durch Konfabulierung gefüllte Erinnerungslücken, und dann vielleicht noch über die zunehmende Selbstüberschätzung und kindlichen Trotz.

Wie lange würde ein Umfeld versuchen ein neurologisches Defizit zu ignorieren, dann klein zu reden und schließlich eine Zeit lang zu kaschieren. Was würde wohl passieren?

Im übrigen glaube ich nicht das Mr. Trump krank ist. Ich glaube auch nicht, dass sein viel besprochener Narzissmus schon pathologisch ist,  dann würde ich mich nicht so über ihn äußern. Zu seinem Schutz würde ich mich dann zurückhalten ;-)

Es ist bestimmt nur ein Spleen, hoffentlich!

Randnotiz: Nicht alles was Obama gemacht hat wird vom Trump-Team gering geschätzt. Eine Washingtoner Konditorei erhielt den Auftrag eine exakte Kopie der Torte zu gestalten, die Obama vor 4 Jahren angeschnitten hatte. Das Design sollte nicht als Inspiration dienen, sondern exakt so aussehen, denn die Torte war perfekt. Oder war diese Torte vielleicht doch nur die süße Entsprechung einer vertauschten Neujahrsansprache oder sogar schon eine alternative Wahrheit?
https://www.washingtonpost.com/news/food/wp/2017/01/21/trump-had-a-huge-luxurious-inauguration-cake-was-it-plagiarized/?utm_term=.5603c7d0f221

Samstag, 21. Januar 2017

Ego-Shooter in Koblenz

Auf der ENF-Konferenz in Koblenz kamen am Samstag also die "europäischen Patrioten (>> doch wohl eher Chaoten)" zusammen. Jeder von Ihnen will die EU zerstören und den eigenen völkischen Stolz vergangener Tage und das nationale Erbe einer großartigen präeuropäischen Vergangenheit wiederbeleben. Sie sehen die Freiheit in Europa durch das Establischment bedroht, meinen aber den kleingeistigen Egoismus ihrer eigenen  Vorstellungswelt.

Stellen wir zunächst einmal klar: Sie repräsentieren nicht das Volk. Es sei denn, es gäbe eine Volksgruppe der zurückgebliebenen und zurückgelassenen - aber die gibt es nicht! Sie wollen nicht das Beste, sondern nur das Ihre. Sie glauben, dass durch die EU das eigene Volk für die Interessen einer Elite ständig verraten wird.

In Wahrheit bietet der chaotische Haufen keine Lösung, sondern will Bewährtes zerstören, gute Praxis abwickeln und an ihre Stelle ein vergangenes und hingeschiedenes Weltbild zurückbringen. An die Stelle von Demokratie soll die "Große Nation" und/oder der große starke Volkslenker treten. Menschenwürde und Menschenrecht wird nur noch den eigenen Anhängern zugebilligt. Alle anderen sind Volksverräter. Menschen einer anderen Kultur, einer anderen Religion oder mit anderen Lebensentwürfen werden gleich entmenschlicht. Die können ersaufen, die darf man verunglimpfen, demütigen und im Zweifel sogar erschiessen. Ihnen fehlt ein fundamentales Verständnis von einer Menschlichkeit die alle Menschen umfasst.

Die europäische Nationalfront ist einfach nur beleidigt, weil die edelste Form des Konsenses die Anerkennung anderer Ideen und Werte fundamental gegen ihre Vorstellung ist, dass am stärksten Wesen heute niemand mehr genesen sollte. Faschismus und Populismus findet im Kopf statt. Ihre Anhänger hören Kritik und wollen diese Ungeheuerlichkeit mit Stumpf und Stil vertilgen. Und dort entsteht dann Hass und der nimmt soviel Platz ein, dass es keinen Raum mehr für Menschlichkeit und Verständnis gibt.

Denkt mal darüber nach.

Dienstag, 17. Januar 2017

Qualtät der Mainstream-Medien

Die Washington Post stellt zusätzlich Journalisten ein und auch die New York Times will an der Qualität Ihrer Berichterstattung arbeiten. Damit wollen Sie die Standards hoch halten und sich nicht durch Mr. Trump verleiten lassen Ihre Standards zu senken, um zu gefallen. Dafür gibt es im Hintergrund mehr Stimmen, die deshalb schon eine Hexenjagd vermuten. Nach vielen Solidaritäts-Abos geben die Medien nun ihren Lesern etwas zurück. Chapeau!